Ein neuer Musikclip von Scooter namens "J´adore Hardcore" kursiert seit neuester Zeit im Internet-
auffallend sind die vielen Melbourne Shuffle Szenen, welche auch tatsaechlich in Melbourne gedreht wurden.
Es lohnt sich einen Blick reinzuwerfen. Die Shuffler in dem Video muten eher wie professionelle Tänzer an,
welche sich ordentlich der Shuffle-schritte einverleibt haben und nicht wie irgendwelche Shuffler. Sie bedienen sich auch der "Oldskool" Schritte, jedoch wiederholen sie die gleiche Abfolge immer und immer wieder- man wünschte sich ein wenig mehr Variabilität.
Jedoch lag dies sicher ausserhalb der künstlerischen Freiheit der angeheuerten Tänzer: Es ist nunmal ein kommerzieller Videoclip der ebendiesen Erfolg auch dem dazugehörigen Clip erwirtschaften soll, da hätte sich die Plattenfirma sich sicherlich nicht gefreut wenn die Zuschauer vom Tanz begeisterter wären als vom eigentlichen "Künstler" Scooter (welcher übrigens nicht tanzt, weder in diesem Videoclip, noch in einem anderen).
Zum kulturellen Hintergrund:
Wie präsentiert der Produzent des Videoclips Melbourne Shuffle auf dem Ursprung dieses Tanzes?
Um Missverständnisse auszuräumen:
Es wird auf dem Dach des Hauses getanzt, auf dem viele der Oldskool Shuffler früher wohnhaft waren.
Im Videoclip werden auch die für Melbourne typischen Straßen bzw. Wege, welche "Laneways" genannt werden gezeigt, obwohl darauf de facto nie geshufflet wurde, da sie keine optimalen Platzverhältnisse bieten und so schlichtweg unpraktikabel zum shufflen wären; jedoch ist der Wiedererkennungswert für die Stadt Melbourne dadurch hoch.
Zwar wird in dem Video ein frischer, neuer "Laneway" gezeigt, was jedoch absurd surreal zu sein scheint da die ansässigen ihre Laneways eher als Uringetränkte und mit Junkies übersaete Gossen bezeichnen, auf denen niemand so recht tanzen mag.
Meist wird in frisch gewachsten Fluren irgendwelcher Gebäude oder Studios geshufflet, da es dort für viele einfacher ist, einen ordentlichen "Slide" hinzulegen. Oder in Mehrstöckigen Parkhäusern mit einem recht weichen Beton-/Teergemisch, die genügend Platz und einen angenehmen Untergrund bieten, nebenbei gibt es von denen auch mehr als genügend sodass auf die Laneways verzichtet werden kann.
Ein wenig seltsam anmutend und Fehl am Platz sind auch die Graffittis in dem Video: Graffittis sind ein hauptsächlicher Bestandteil der Hip-Hop Kultur, welche in Australien ihre Blütezeit jedoch bereits in den frühen 90ern hatte und nun kaum Einfluss auf die Entwicklungen in der Shuffle-Szene hat.
Der neue Art der künstlerischen Entfaltung liegt nicht mehr im besprühen von Wänden, sondern in experimenteller Videobearbeitung, der Verbreitung auf eigenen Funkfernseh-Stationen und auf der Verbreitung auf Internetplattformen wie z.B. Youtube... Das war wohl ein künstlerischer Griff ins Klo für Scooter.
Aber mach dir nichts draus, wir haben nur ein wenig Spaß damit, Scooter, und genießen dass durchaus professionell aufgemachte Video.
Aber ein Rave Lied mit "Hands up in the air", "Den Händen gestreckt nach oben" ? Nee , nee, Scooter, du solltest mal Shufflen ausprobieren, wirklich, das ist Tanzmusik, und dazu solltest du mal deine Füße bewegen. Probier´s einfach mal lieber selber aus, sogar kleine Kinder schaffen es...